AccueilDeutschSaudi-Arabien steckt 2 Milliarden in türkische Solarparks – 30 Jahre Abnahme garantiert

Saudi-Arabien steckt 2 Milliarden in türkische Solarparks – 30 Jahre Abnahme garantiert

Saudi-Arabien legt in der Türkei ein Solar-Paket auf den Tisch, das politisch größer ist als jede Hochglanzfolie: Rund 2 Milliarden US-Dollar sollen in Photovoltaik fließen, am Ende stehen bis zu 5.000 MW im Raum. Der Auftakt ist konkret: 2.000 MW in den zentralanatolischen Provinzen Sivas und Karaman. Abgeschlossen wurde der Deal in Riad – am Rand des Besuchs von Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

Für Ankara klingt das nach planbarer, günstiger Energie. Für Riad nach einem Schritt weg vom Öl und hin zu Einfluss über Infrastruktur. Der Kern des Geschäfts steckt aber nicht in den Megawatt-Zahlen, sondern in einem Satz: Der türkische Staat kauft den Strom 30 Jahre lang ab. Das ist die Sicherheitsleine, an der Banken und Investoren hängen.

Start in Zentralanatolien: Sivas und Karaman sollen 2.000 MW liefern

Die erste Phase ist sauber abgesteckt: Zwei große Solarparks in Sivas und Karaman, zusammen 2.000 MW installierte Leistung. Das ist kein Symbolprojekt für die Kamera, sondern eine Größenordnung, die im türkischen Netz spürbar wird.

2 milliards saoudiens sur la table pour le solaire turc : 5.000 MW promis pour alimenter plus de 2 millions de foyers

Als Nutznießer werden rund 2,1 Millionen Haushalte genannt. Zur Einordnung für deutsche Leser: Das entspricht grob dem Strombedarf mehrerer Großstädte samt Umland – je nachdem, wie hoch der Verbrauch angesetzt wird. Entscheidend ist: Der Strom soll nicht „irgendwie“ vermarktet werden, sondern geht über einen langfristigen Abnahmevertrag an ein staatliches türkisches Unternehmen. Wer 30 Jahre einen öffentlichen Käufer hat, bekommt Kredite leichter, baut schneller – und drückt das Projektrisiko nach unten.

2,3415 Cent pro kWh – billig, aber nicht kostenlos

Aus saudischer Seite wird ein konkreter Abnahmepreis herumgereicht: 2,3415 Cent pro kWh. Das ist eine Ansage – und natürlich auch PR. Ein so niedriger Tarif soll zeigen: Wir können Solarstrom billiger liefern als viele Alternativen im Land.

Nur: Billig heißt nicht automatisch gut für den Staat. Ein 30-Jahres-Vertrag bindet die öffentliche Hand über Jahrzehnte. Wenn Netze ausgebaut werden müssen, wenn sich der Strommix politisch verschiebt oder wenn die Nachfrage anders läuft als geplant, bleibt der Vertrag trotzdem stehen. Solarparks sind schnell gebaut – die teuren Teile sitzen oft drumherum: Netzanschlüsse, Leitungen, Systemstabilität, Reservekapazitäten.

TruGreen offre 6 semaines de tonte gratuites en février : le bon plan (et les pièges) avant le printemps

Hinzu kommt der Finanzierungsmix. Es klingt nach „saudischem Geld“, doch ein Teil soll über externe Quellen laufen, darunter Kredite internationaler Finanzinstitutionen. Übersetzt: Nicht der Scheck entscheidet, sondern die Konstruktion – Garantien, Bonität des Abnehmers, belastbare Einnahmen über 30 Jahre. Genau deshalb ist der Abnahmevertrag der Dreh- und Angelpunkt.

Bis zu 5.000 MW: Energie-Deal als Diplomatie

Die 2.000 MW sind erst der Anfang. Insgesamt nennt die Vereinbarung bis zu 5.000 MW – also weitere 3.000 MW in einer zweiten Phase. Nur: Diese zweite Runde ist bislang mehr Überschrift als Bauplan. Keine Standorte, keine Aufteilung, keine Projektliste.

Politisch ist das Ganze trotzdem ein Signal. Unterzeichnet wurde in Riad vom türkischen Energieminister Alparslan Bayraktar und seinem saudischen Amtskollegen, Prinz Abdulaziz bin Salman. Wenn Minister und Prinz gemeinsam unterschreiben, ist das kein normaler Marktdeal, sondern Außenpolitik mit Stromkabeln.

Lait infantile contaminé : l’angoisse grandit après deux décès, quelles garanties pour les parents ?

Die Türkei hat damit eine erste, greifbare Rampe: 2.000 MW in Sivas und Karaman. Ob aus den angekündigten 5.000 MW am Ende tatsächlich 5.000 MW am Netz werden, entscheidet sich nicht in Pressemitteilungen, sondern bei Genehmigungen, Netzanschlüssen und der Frage, wer welche Risiken trägt.

Quellen

Berichte u. a. bei Ecoticias, Swissinfo und Informat.ro (Zusammenfassungen zum Investitionsvolumen, den Standorten Sivas/Karaman, dem 30-Jahres-Abnahmevertrag und dem genannten kWh-Preis).

Wichtige Punkte

  • Saudi-Arabien kündigt rund 2 Milliarden US-Dollar für Solarkraftwerke in der Türkei an.
  • Eine erste Phase von 2.000 MW zielt auf Sivas und Karaman ab und soll mehr als zwei Millionen Haushalte versorgen.
  • Die Türkei plant einen staatlichen Stromabnahmevertrag über 30 Jahre, wobei der kWh-Preis bekannt gegeben wurde.

Häufig gestellte Fragen

Wo werden die ersten von Saudi-Arabien finanzierten Solarkraftwerke in der Türkei gebaut?

Die angekündigte erste Phase betrifft zwei Provinzen in Zentralanatolien: Sivas und Karaman. Insgesamt soll diese Anfangsetappe eine installierte Leistung von 2.000 MW erreichen.

Welche Gesamtkapazität wird durch das Energieabkommen zwischen Riad und Ankara angestrebt?

Das Abkommen nennt eine Gesamtkapazität von bis zu 5.000 MW. Nach den 2.000 MW der ersten Phase wird eine zweite Phase mit zusätzlichen 3.000 MW erwähnt, ohne vollständige Angaben zu den Standorten.

Warum ist der 30-jährige Stromabnahmevertrag so zentral?

Eine über 30 Jahre garantierte Abnahme durch eine öffentliche Stelle sichert die Einnahmen des Projekts. Für Investoren und Kreditgeber ist das ein Schlüsselelement, um den Bau zu finanzieren und die Infrastruktur langfristig zu amortisieren.

Top Infos

Favoriten